Satya im täglichen Leben
Dies ist Teil zwei der zehnteiligen Yamas und Niyamas Serie, welche dir zeigen soll, wie du die Yamas und Niyamas in deinem täglichen Leben integrieren kannst. Einen kurzen Überblick über die Yamas und Niyamas bekommst du hier.
Satya
Satya, das zweite Yama von Patanjali’s Yoga Sutras bedeutet Ehrlichkeit, Wahrheit bzw. Wahrhaftigkeit. Ehrlichkeit bei dem was du sagst, was du tust und was du denkst. Jeder von uns kennt Momente, wo wir etwas anderes sagen, als was wir wirklich denken und fühlen, nur um unser Gegenüber nicht zu verletzen, oder zu kränken. Satya bedeutet aber jetzt nicht, dass du hemmungslos alles sagst und tust was du dir denkst. Wir müssen auch unsere Umgebung miteinbeziehen und uns fragen, ob es wirklich notwendig ist, jetzt etwas zu sagen, was den anderen vielleicht verletzen könnte. Manchmal ist es auch einfach besser, nichts zu sagen.
Wie kannst du Satya in dein tägliches Leben integrieren?
Sei ehrlich zu dir selbst! Ertappst du dich auch manchmal dabei, wie du dich verstellst nur um deinem Gegenüber zu gefallen? Dabei ist unser wahres Ich, das einzig perfekte Ich. Oft bemerken wir gar nicht, dass wir bei dem was wir tun oder sagen uns selbst belügen. Es fehlt manchmal einfach an Zeit über unsere Gedanken, Taten und Worte nachzudenken. Und dann nehmen wir ein Verhalten ein, von dem wir glauben, dass es gemocht und wertgeschätzt wird, auch wenn es im Konflikt mit unserem Inneren steht. Nimm dir die Zeit und frage dich, ob du dich in diesem Moment selbst belügst. Sobald die Menschen bemerken, dass du bei dem was du tust und sprichst ehrlich und authentisch bist, vertrauen sie dir und schenken dir Respekt.
Sag die Wahrheit! Von Zeit zu Zeit stehen wir vor Situationen, wo es oft schwierig ist die Wahrheit zu sagen. Eine kleine Lüge scheint in diesem Moment oft der bessere und einfachere Weg zu sein. Aber langfristig bringt eine Lüge viel mehr Probleme, als wir uns in dem Moment vorstellen können. Anstatt also den schnellen und einfachen Weg zu beschreiten, lass uns den ehrlichen und vielleicht härteren Weg nehmen.
Sei ehrlich in deinen Beziehungen! Es gibt in diesem Zusammenhang einen sehr schönen Spruch:
„Before you speak, let your words pass through three gates:
At the first gate, ask yourself „Is it true?“
At the second gate ask, „Is it necessary?“
At the third gate ask, „Is it kind?““
Dieser Spruch zeigt, dass Satya keineswegs bedeutet einfach nur schonungslos ehrlich zu sein. Bei der Ausübung von Satya geht es auch darum, die Beweggründe hinter unseren Taten und Worten zu hinterfragen. Sagst du es einfach nur weil du etwas beweisen oder erreichen willst, oder wird es für dein Gegenüber hilfreich sein und eure Beziehung stärken?
Wir sollten die Wahrheit so ausdrücken, dass sie hilft, inspiriert und unsere Beziehungen stärkt. Darüber hinaus sollte Satya nie in Konflikt mit Ahimsa (keine Gewalt) stehen. Wenn die Wahrheit nur Schmerz und Leid auslöst, ist es manchmal besser einfach still zu bleiben und nichts zu sagen.
Mit liebevoller Ehrlichkeit wachsen alle unsere Beziehungen, auch die Beziehung zu dir selbst. Richte deine Achtsamkeit auf deine Worte und Taten und auf die Motive die dahinter stehen.
Auf deiner Matte: Die Ausübung von Satya in deiner Yogapraxis ist ähnlich wie die Ausübung von Ahimsa auf der Matte. Wie oft bist du schon an deine Grenze gegangen, nur um eine bestimmte Yoga Pose einzunehmen und hast dich dabei der Gefahr von einer Verletzung ausgesetzt? Deine Yoga Praxis ist dazu da deinen Körper und Geist zu nähren und nicht um dich zu verletzen und auszubeuten. Gerade im Zeitalter von Instagram und Co, wo wir ständig mit wunderschönen Fotos und Videos von Yoga Asanas bombardiert werden, sollten wir in unserer eigenen Praxis die Grenzen unseres Körpers respektieren und ehrlich zu uns sein. Ganz ohne Vorwürfe. Mit der Zeit wächst deine Praxis und du wächst mit ihr.